nächste Milljöhsitzung

08.02.2019 - 19:30 Uhr

Noch

En Kölle jebütz - Session 2009/2010

Für die kommende Session haben wir das Motto des Kölner Rosenmontagszugs in korrektes Kölsch „En Kölle jebütz“ übersetzt und in dieser Form zum Thema unseres Sessionsordens gemacht.

Köln ist eine der ältesten Städte der Bundesrepublik und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: 58 - 51 v.Chr. eroberte Caesar ganz Gallien einschließlich des Rheinlands, wo der Stamm der Eburonen siedelte. Bei einem Aufstand der Eburonen unter Ambiorix 54 v.Chr. kommen eineinhalb Legionen ums Leben. Caesar führt daraufhin einen Vernichtungsfeldzug gegen die Eburonen. Zur gleichen Zeit siedelte im Bereich der unteren Lahn, Taunus und dem Neuwieder Becken der Stamm der Ubier. Die Ubier wurden von dem Germanenstamm der Sueven bedroht und mussten, um zu überleben, teilweise sogar an die Sueven Tribut entrichten. Sie wichen deshalb nordwärts vor den Sueven zurück und kamen so auf der rechtsrheinischen Seite in die Kölner Bucht. Etwa 38 v. Chr. wurde durch die Römer die Einwanderung der Ubier in dieses Gebiet systematisch und planvoll betrieben. Die Ubier legten auf einer Niederterrasse am Rhein eine zentrale umwallte Siedlung an, das Oppidum Ubiorum. 455 wird das römische Köln von den Franken erobert, die sich dauerhaft in Köln niederlassen. Zunächst setzte sich innerhalb Kölns das multireligiöse Leben fort. Neben Franken und Germanen gab es eine römische Bevölkerung, die auch Latein sprach. Im 6. Jahrhundert wurde die Stadt zum christlichen Bischofssitz erklärt. Damit wurde die Christianisierung der Kölner Bevölkerung vorangetrieben. In den folgenden Jahrhunderten entstanden einige der ältesten Sakralbauten Deutschlands.

Gleichzeitig war die Stadt immer wieder Gegenstand von Eroberungszügen und Machtkämpfen der fränkischen Herrschaftsgeschlechter. 795 wurde Köln Sitz des Erzbischofs. 953 erhielt ein Erzbischof erstmals auch die weltliche Macht über Lothringen und Köln. Diese erzbischöfliche Macht sollte bis zum Jahr 1288 andauern und Köln als mittelalterliches Bistum nachhaltig prägen. In dieser Zeit wurde die Stadt bedeutend erweitert und es entstanden wichtige historische Bauten, darunter der Neubau des Kölner Doms sowie das Kölner Rathaus. Im Jahr 1040 wurde die erste Synagoge in Köln errichtet. Die Übermacht der christlichen Herrscher führte im 13. Jahrhundert zu Zwistigkeiten mit der Kölner Bevölkerung, die in der Schlacht von Worringen ihren Höhepunkt fanden. Obwohl die christliche Macht erhalten blieb, erhielten die Kölner Bürger mehr Rechte und Freiheiten. In der Folge entwickelten sich Wissenschaft und Handel. Im Jahr 1341 wird erstmals der Kölner Karneval im Eidbuch des Rates der Stadt Köln erwähnt. Köln wurde zur führenden Stadt im Hanseverbund, 1475 erhielt sie zudem den Status als Freie Reichsstadt. Dennoch bewies Köln weiterhin seine „erzkatholische“ Prägung. Zahlreiche Andersdenkende wurden als „Ketzer“ und „Hexen“ verbrannt. Zudem gab es mehrere spektakuläre Bücherverbrennungen, unter anderem gingen Schriften von Martin Luther in Flammen auf. Zusätzlich beschloss der Rat der Stadt eine Meldepflicht für Protestanten. Als Freie Handelsstadt erbaute Köln 1553 die Kölner Börse. Auch erwiesen sich die Kölner als recht erfinderisch. Um 1716 wird hier die erste Parfümfabrik der Welt gegründet und damit eine Marke geboren, die bis heute unübertroffen scheint: Eau de Cologne. Die Vorherrschaft der Katholiken fand ihr Ende um 1798. Unter dem französischen Eroberungsfeldzug von Napoleon erhielten alle Kölner die französische Staatsbürgerschaft. Die Besitztümer der Kirchen und Klöster kamen im Zuge der Säkularisation in weltliche Hände. Die christliche Universität wurde geschlossen. In dieser Zeit wurde in Köln die erste Industrie- und Handelskammer auf deutschem Boden gegründet. Nach Abzug der Franzosen und der endgültigen Niederlage des französischen Heeres bei Waterloo wird auf dem Wiener Kongress das Rheinland den Preußen zugesprochen. 1871, nach dem Ende des französischen Krieges, und der Reichsgründung wird auch Köln vom allgemeinen industriellen Aufschwung erfasst. Im Zuge dieser Industrialisierung kam es zur Eingemeindung vieler Nachbarorte, so auch der Gemeinden rechts des Rheines. Gleichzeitig kam es zu einer starken Zuwanderung, mit der sich auch wieder ein jüdischer Bevölkerungsanteil entwickelte. Aber auch als Erzbistum etablierte sich Köln nun erneut. 1842 gründete sich der Zentral-Dombau-Verein. Durch ihn wurde der Dombau, der seit langer Zeit zum Erliegen gekommen war, wieder vorangetrieben. Im Jahr 1880, 632 Jahre nach der Grundsteinlegung, konnte der Kölner Dom dann endlich vollendet werden. Mit der Stadterweiterung begannen die Kölner Bürger 1881 auch mit dem Abriss der alten Stadtmauer. Bei der Mobilmachung zum ersten Weltkrieg zeigten sich die Kölner besonders begeistert. 1918 mit dem Einmarsch der britischen Besatzungstruppen endete dann die Herrschaft Preußens und auch Köln gehörte zur Weimarer Republik. Wie in allen deutschen Städten erlebte auch Köln in den Zwanziger Jahren eine Zeit des rasanten wissenschaftlich-technischen und industriellen Fortschritts. 1920 wurde die Universität neu gegründet, 1924 der Rohbau des damals höchsten europäischen Wolkenkratzers, des Hansa-Hochhauses, fertig gestellt. Im selben Jahr fand erstmals die Kölner Messe statt. Ein Jahr später installierte das jüdische Kaufhaus Tietz die erste Rolltreppe Deutschlands. Der amerikanische Automobilkonzern Ford gründete in Köln-Niehl eine Niederlassung. Zur selben Zeit nahm der Westdeutsche Rundfunk in Köln seinen Betrieb auf. Bürgermeister war in dieser Zeit der noch junge Konrad Adenauer. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde Köln eins der Hauptziele der alliierten Bombenangriffe. Insgesamt musste die Stadt 262 Luftangriffe, darunter sogenannte Flächenbombardements, über sich ergehen lassen. Etwa 95 % der Altstadt waren 1945 zerstört. In den Nachkriegsjahren entwickelte sich Köln zu einer wichtigen Kultur- und Medienstadt. Besonders im Bereich der bildenden Kunst wurden einige wichtige Museen gegründet, darunter das Wallraf-Richartz-Museum für Bildende Kunst und das Museum für Ostasiatische Kunst. Die Art Cologne ist Deutschlands wichtigste Kunstmesse. Seit 1980 ist Köln konstant eine Millionenstadt. Als Wirtschaftsstandort profitiert es von der Binnenschifffahrt auf dem Rhein und von der Nähe zum Ruhrgebiet. Starke Branchen in Köln sind traditionell die Parfüm- und Kosmetikindustrie, die chemische und die Automobil-Industrie. Auf der Liste der meistbesuchtesten Städte Deutschlands steht Köln auf Platz 5. Der größte Zustrom findet alljährlich im Januar statt, wenn in Köln die sogenannte fünfte Jahreszeit, der Karneval, beginnt. Der Sessionsorden 2010 greift die wechselvolle Geschichte Kölns auf und zeigt im Hintergrund das Altstadtpanorama und einige traditionelle kölsche Utensilien. Im Vordergrund sitzt Mutter Colonia und bekommt Besuch von einem Frosch. Getreu dem Märchen „der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm wird der Frosch von Mutter Colonia „jebütz“. Allerdings wird dadurch der Frosch nicht zum Prinzen, sondern verliebt sich in Mutter Colonia und die Stadt Köln mit all seinen Eigenarten und Traditionen. Diese Liebe zu Köln wird den Frosch niemals mehr loslassen.

Ausführung: Firma Schilder-Express Ewald Kappes nach einer Idee von Dieter Mummert