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08.02.2019 - 19:30 Uhr

Noch

Rückblick auf die Milljöhsitzungen der vergangenen Jahre

Milljöhsitzung 2014

Die Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e. V. feierte am Freitag, dem 21. Februar 2014 im Congress-Saal der Koelnmesse mit mehr als 1.200 bunt kostümierten Finanzbeamten und Steuerberatern ihre traditionelle Kölsche Milljöhsitzung.

Den Sitzungsteilnehmern wurde auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm geboten. Die Milljöhsitzung der KKG Paragraphenreiter begann direkt mit einem Knaller-Auftritt. Die Höhner - eine musikalische Mischung aus kölscher Lebensfreude und volkstümlicher Musik begann unsere bereits legendäre Sitzung. Längst ist den einstigen Lokalmatadoren aus Köln der Sprung zur bundesweit gefeierten Mundartgruppe geglückt. Unser Publikum bildete für die neuen Hits der Höhner einen stimmgewaltigen Chor. Tobender Applaus und mehrstimmige Zugaberufe waren der Lohn für einen hervorragenden Auftritt.

Im Anschluss an den Auftritt der Höhner gab edreigestirns ein wenig Zeit zum Luft holen. Das Kölner Dreigestirn machte uns seine Aufwartung. Unser Sitzungspräsident Hubert Koch (Altstädter – Baas des Literatenstammtischs) begrüßte mit seinem Literaten-Elferrat bestehend aus Claus Rück, Michael Ströter (Rote Funken), Jens Andersen (Kölner Narrenzunft), Bernd Darius (Lyskircher Junge), Dr. Johannes Kaußen (Kölnische KG), Roland Lautenschläger (Kölsche Grielächer), Dirk Finkernagel (Fidele Zunftbrüder), Brunhilde Mertens und Carmen Fober (Columbina Colonia) seine Tollität Prinz Björn I. (Björn Griesemann), seine Deftigkeit Bauer Michael (Prof. Dr. Michael Berneker) und ihre Lieblichkeit Jungfrau Hermia (Jens Hermes). Das Trifolium wurde in diesem Jahr durch die Kölner Funkenartillerie Blau-Weiß gestellt. Die Drei legten einen famosen Auftritt auf die Bühne. Vor allem die Tanzeinlage von Jungfrau Hermia wusste zu überzeugen. Ihre Lieblichkeit präsentierte sich zum Abba-Klassiker „Dancing Queen“ mit gekonnten Pirouetten, viel Taktgefühl und zeigte viel Bein.

Anschließend führte Hubert Koch die anwesenden Besucher souverän und gut gelaunt durch ein absolutes Spitzenprogramm.

Auf das Kölner Dreigestirn folgte Knacki Deuser. Seit über 20 Jahren hat er sowohl auf als auch hinter der Bühne die deutsche Comedy-Szene mitgeprägt. Seit einigen Jahren ist er nun auch im Kölner Karneval unterwegs und hat mittlerweile einen sehr eigenen Stil entwickelt. Der Ex-Mr. NightWash war zum ersten Mal auf unserer Sitzung. Hier ist es ihm gelungen sein Publikum zu fesseln, so dass man seine feinen bösen Spitzen oft erst dann bemerkte, wenn sie das Ziel schon voll getroffen hatten.

Seit über 30 Jahren sind die Krageknöpp von den Kölner Bühnen nicht mehr wegzudenken. krage knöppIn alter Formation waren sie bereits mehrfach Gast auf unserer Milljöhsitzung. Die Band hatte zwar immer wieder mal mit Personalwechseln zu kämpfen - doch nun stellte sich die Gruppe in komplett neuer Formation vor. Mit ihrem neuen Lied "Wer will schon in die Berge?" sorgt die Gruppe für Diskussionen: Frech und ehrlich kritisieren die Krageknöpp die Überlagerung des kölschen Brauchtums durch bayrische Traditionen. Provokante Liebeserklärung an das kölsche Brauchtum mit ironischen Gesängen und bayrischem Sound. Der Song "Klatsch einfach in ding Häng" war der zweite neue Titel. Die Botschaft war einfach: Klatsch einfach in Deine Hände und Du wirst merken, dass es Dich mitzieht. Dies begriff auch schnell unser Publikum und klatsche kräftig mit.

Es folgte der bekannteste Westfale im Kölschen Karneval: Bernd Stelter. Zum Bühnenjubiläum im Karneval (25 Jahre) liefert der Werbefachmann einen grandiosen Vortrag ab. Bernd Stelter reagiert stets schnell auf Ereignisse und baut diese mal als gesprochene, mal als gesungene Pointe in seinen Vortrag ein. Dazu nutzt er häufig bekannte Titel aus den Hitlisten der vergangenen Monate und Jahre. So wird der „YMCA“-Klassiker zu „ADAC“, und auf die Melodie des derzeitigen Helene-Fischer-Hits „Atemlos durch die Nacht“ singt Stelter „Arbeitslos durch die Nacht“. Die Geschichten, die er auf der Bühne erzählt, haben einen realen Ursprung. Und genau das ist das Geheimnis seines Erfolges und gerade deshalb liebt ihn sein Publikum. Dies konnte er auch auf der Kölschen Milljöhsitzung wieder eindrucksvoll demonstrieren. Seine Witze kamen richtig gut an. "Was für ein Weihnachtsfest. Kardinal Meisner hat zum ersten Mal eine nackte Frau gesehen", jubiliert er angesichts der Femen-Aktivistin, die im Dom für Aufsehen gesorgt hatte. Sehr bissig gerät sein Kommentar zum Rücktritt von Papst Benedikt. "Das ist wie beim Spargelstechen. Die Polen arbeiten bis zum Umfallen, die Deutschen gehen, wenn sie keinen Bock mehr haben".

Anschließend ging es in die Pause. Im Foyer konnte unser Publikum erst einmal verschnaufen und das eine oder andere Kölsch zu sich nehmen. 

rote funkenZur zweiten Abteilung marschierten die ehemaligen Stadtsoldaten – die Roten Funken in den Saal ein. Der Einmarsch dauerte dann bei gefühlten 200 Funken mindestens 10 Minuten und die Bühne reichte nicht aus, um alle Funken unterzubringen. Dann konnte endlich der Funkentanz beginnen. Das Tanzpaar der Roten Funken sind seit 2013 Funkemariechen Jaqueline Melcher und Funkedoktor Pascal Solscheid "Spetzebötzje". Im letzten Jahr hatte sich Jacky auf dem Weg zum Training noch schwer verletzt und konnte daher in der Session noch nicht mittanzen. Sie wurde damals noch von der Ex-Marie Tanja Wolters vertreten. In dieser Session konnte sie nun endlich zeigen, was Sie kann. Das hat auch unserem Publikum sehr gut gefallen und der Applaus war dementsprechend groß.

willi und ernstDie Welt aus der Sicht der Rentnerbrille - mit diesem Konzept feiern die beiden Komiker Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum als Willi und Ernst seit vielen Jahren im Koblenzer Raum große Erfolge. Im Jahre 2011 wurden Sie in die Nachwuchsförderung des Kölner Literarischen Komitees aufgenommen und wollen nun auch die Karnevalsbühne erobern. Seit dieser Zeit zieht das Zwiegespräch "Willi und Ernst" mit viel Leidenschaft und Begeisterung durch die Säle des rheinischen Karnevals. Die "Rentner aus Leidenschaft" haben dabei immer wieder für Furore gesorgt. Das frische und gleichzeitig traditionelle Zwiegespräch begeisterte auch unser Publikum mit Humor und ihrer Erscheinung. Wobei nicht jeder Besucher mit dem Humor der Beiden zurechtkam und die feinsinnigen Pointen nicht direkt verstanden haben.

Guido Cantguido cantzz gehört zu den meist gefeierten Rednern der Session. Seit 1991 steht er bereits als Karnevalist auf der Bühne. Seit 1998 ist er als Comedian und Moderator regelmäßig im Fernsehen zu sehen und seit 2010 präsentiert er live die Samstag-Abend-Show „Verstehen Sie Spaß?“ im Ersten. Guido ist also ein alter Hase im Karnevalsgeschäft. Dazu kommen ein gutes Timing und das Gespür für das Publikum, auf das er sich ständig neu einstellen muss. Er hatte aber bereits nach wenigen Minuten das Publikum im Griff und die Lacher auf seiner Seite. Er lästerte über Steuersünder Uli Hoeneß "Er bezeichnet seine Millionen als Spielgeld - er muss nur so lange im Knast bleiben, bis er eine Sechs würfelt" und das Vermögen der katholischen Kirche "In der Christmette habe ich mir bei der Kollekte zum ersten Mal was rausgenommen". Zur prophezeiten Aufstiegsfeier des 1. FC Köln mit Trainer Peter Stöger im Autokorso witzelt er: "Tausende Kölner jubeln einem Österreicher zu - das hatten wir schon einmal".

hoeppe-moetzjer

Die „Höppemötzjer“ sind eine der besten Kölner Tanzgruppen, die mit viel Akrobatik unser Publikum mitrissen. Mit ihren Tänzen unterstrichen sie ihre Ausnahmestellung unter den Kölner Tanzgruppen. Noch mehr Geschwindigkeit, noch elegantere Einbettung der Hebefiguren, gepaart mit Hochleistungsakrobatik und tänzerische Perfektion. Die Höppemötzjer fanden damit die faszinierende Balance zwischen Tanz und Akrobatik und kamen beim Publikum gut an. Viele Applaus für diese tolle Tanzgruppe.

Wenn’s im Sitzungssaal laut wird und knallbunte, schrill gekleidete Gestalten mit Trompeten, Saxofonen, Posaunen, Schlagzeug und viel Blech einziehen, wenn Sambarhythmen, Karnevalshits und Popmusik die Luft erfüllen die Musikerinnen und Musiker scheinbar chaotisch über die Bühne und an Tischen und Bänken vorbeiwirbeln — dann ist das die Querbeat Brass & Marching Band. Die jungen, unkonventionellen Musiker und Musikerinnen begeisterten das Publikum nicht nur mit Ihren flotten Melodien, sondern auch mit Ihren witzigen Kostümen und Ihrer außergewöhnlichen Choreographie. Der letzte Programmpunkt war ein absoluter Höhepunkt, der den Saal noch einmal zum „kochen“ brachte. Ohne mehrfache Zugaben durften die Stimmungsmacher den Congress-Saal nicht verlassen. Die Höppemötzjer verteilten währenddessen noch an alle Gäste bunte Luftballons.

querbeat

Erst in den frühen Morgenstunden verließen die letzten Gäste die Milljöhsitzung und man war sich sicher: „Em nöchsten Johr jommer he wieder hin!“