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Milljöhsitzung 2018


Am 2. Februar 2018 war es wieder soweit: Hubert Koch sen. (Ehrenbaas des Literatenstammtischs; Ehrenratsherr der Altstädter Köln 1922 eV & Ehrenmitglied der KKG Paragraphenreiter e.V.) begrüßte als langjähriger Sitzungspräsident im ausgebuchten Congress-Saal der Koenlmesse das bunt-kostümierte Publikum zur Milljöhsitzung der Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e.V. Unterstützt wurde er dabei von seinem Elferrat bestehend aus Jens Andersen (Literat der Kölner Narren-Zunft), Dr. Hartmut Hüsges (Leutnant des Reservekorps der Altstädter Köln 1922 e.V.), Dirk Finkernagel (Literat der KKG Fidele Zunftbrüder von 1919 e.V.), Rudi Fries, (Baas des Literatenstammtisch v. 1961 e.V. & Literat der Kölnische KG v. 1945 e.V.), Danny Hentze (KG Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V.), Ewald Kappes (Präsident & Literat der Lyskircher Junge, Ehrenmitglied des Literatenstammtisch v 1961 e.V. & Kölner Bauer 1996), Klaus Rück (Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.), Michael Ströter (Literat der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.), Thorsten Stommel (Corps à la Suite der Nippeser Bürgerwehr von 1903 e.V.) und Petra Schmidt-Repgen (Erster Offizier & Vorstandsmitglied der StattGarde Colonia Ahoj e.V.).

Mit dem Aufmarsch der Altstädter wurde es gleich zu Beginn der Veranstaltung auf der Bühne richtig voll. In den Farben Grün-Rot pflegen die Altstädter die Tradition des kurkölnischen Landregiments Das bereits seit 1924 auftretende Tanzkorps umfasst heute über 100 aktive Tänzer und brachten mit ihrem Tanzpaar Carina Stelzmann und Philipp Bertram zum ersten Mal am Abend ordentlich Schwung in den Saal.

Danach wurde Hubert Koch sen. als aktiver Sitzungsleiter verabschiedet. Die Präsidenten der Karl-Heinz Bonjean (Präsident der Steuerberaterkammer Köln) und Werner Brommund (Oberfinanzpräsident der Oberfinanzdirektion NRW) dankten Hubert Koch für seine schwungvolle Sitzungsleitung in den vergangenen 13 Jahren. Die Altstädter geleiteten Hubert Koch von der Bühne zu seinem Ehrenplatz im Publikum. Fortgesetzt wurde die Sitzung von seinem Sohn Hubert Koch jun. (Kölsche Funke rut-weiß vun 1823 e.V.), der wie der Vater mit Witz und Humor durch den Abend führte.

Als erster Redner eroberte dann Martin Schopps bereits zum dritten Mal nach Auftritten in den Jahren 2015 und 2017 die Bühne der Paragraphenreiter. Der hauptberufliche Lehrer ist mittlerweile einer der gefragtesten Redner im rheinischen Karneval und in allen großen TV-Sitzungen, bei allen großen Gesellschaften, in allen großen Sälen bis hin zur Lachenden Kölnarena zu Hause. Als Lehrer für Deutsch und Sport und Vater zweier schulpflichtiger Kinder, weiß Lehrer Schopps wovon er spricht, wenn er seinen verwunderten Schülern nach einer Wischbewegung über den Gegenstand in Ihrer Händen erklären muss: „Das ist kein I-Pad, sondern ein Buch!“ Musikalisch startete Schopps zunächst mit einem Lied über Erdogan und seiner Version von Country Roads mit Peter Maffay über den Verkehr in Köln. Mit einem Bericht über seinen ersten Auftritt in der Eifel bei einer Herrensitzung erntet Schopps wahre Lachsalven. Es kann schon hart sein, wenn eine Sitzung um 11 Uhr startet und mit dem Auftritt um 17 Uhr noch Schwung in den Laden mit leicht alkoholisierten Männern gebracht werden soll. Als Zugabe durfte das Publikum noch beim „Promi raten“ mitsingen.

Musikalisch brachten dann die Klüngelköpp den Saal in Stimmung. Im Jahr 2018 gehen die Klüngelköpp gleich mit zwei Titeln in die Session, mit der schnellen Nummer „Bella Ciao“ und der einfühlsamen Ballade „Augebleck“. Los ging es allerdings mit Ihrem Hit aus dem Jahr 2016 „Wo die Staeaene sin“. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 konnten sich die KLÜNGELKÖPP in die Spitzengruppe der kölschen Bands vorspielen. Die Klüngelköpp, das sind Frank Reudenbach, Robert Kowalak, Jochen Damm, Mike Siegmund, Stephan Loschelders und „Waldi“ Jörg Bracht. Aber auch die älteren Songs „Kölsche Fiesta“, „Jedäuf met 4711“, „Us Kölschem Holz“, „Stääne“ und „Jo gesaht“ brachte das Publikum im Saal zum Mitsingen.

Anschließend zog das Kölner Dreigestirn mit Prinz Karneval Michael dem II. (Michael Gerhold), Kölner Bauer Christoph (Christoph Stock) und der Kölner Jungfrau Emma (Erich Ströbel) in den Saal ein. In diesem Jahr wurde das Dreigestirn Kölner Narren-Zunft 1880 e.V. gestellt. Michael war bereits Kölner Kinderprinz im Kölner Kinderdreigestirn 1996. Mit Ihren Liedern ganz getreu dem diesjährigen Motto „Mer Kölsche danze us der Reih“ wurde geschunkelt und mitgesungen.

Die Sambabeats von Querbeat brachten den Saal dann richtig zum Kochen. Seit dem Jahr 2007 ist die Band im Kölner Karneval aktiv und war schon mehrfach bei den Paragraphenreitern zu Gast. Mit Titeln wie „Hück oder nie“, „Stonn op un Danz“, „Nie mehr Fastelovend“, „Tschingderassabum“, „Dä Plan“ hielt es niemand mehr auf den Sitzen. Mit Ihrem aktuellen Song „Guten Morgen Barbarossaplatz“ ging es dann in die Pause. Wer von Querbeat mehr sehen und hören will kann sie auf ihren Konzerten in ganz Deutschland besuchen.

Mit den Domstürmern setzte sich die gute Stimmung fort. Bei den Songs „Mach dein Ding - Dingeling“, „Mir sin jekumme“, „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“, Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“, „Verjess nie“ und „Happy Weekend“ wurde im Saal einfach weiter getanzt. Auch die 2006 gegründete Band ist inzwischen nicht nur auf den Karnevalsbühnen zu Hause. Traditionell finden an zwei Terminen im Jahr auch Konzerte in fahrenden Straßenbahnen der KVB statt. Mit knapp 130 Konzertbesuchern wird es dabei zwar eng, aber auch heiß und herrlich fröhlich. Sie selbst bezeichnen sich als laut und wild, leise und nachdenklich, und zwischendurch schön „Naturbeklopp“.

War der Sohn zu Beginn gestartet, folgte Fritz Schopps alias „Et Rumpelstilzche“ als letzter Redner der Sitzung. Seit 1983 trägt er als Büttenredner mit breitkrempigem Filzhut die neuesten Nachrichten aus dem Märchenwald vor und hat sich so zu einem der prägenden Gesichter des Kölner Karnevals entwickelt. Auch in diesem Jahr kamen Themen rund um die EU Politik, Erdogan, Putin, Fußball, den Dieselskandal und den Stadtrat nicht zu kurz.

De Tanzgruppe Höppemötzjer feierten im Jahr 2018 ihr 50-jähriges Jubiläum. Auch bei den Paragraphenreitern brachte die Truppe mit Akrobatik, Tanz, Show und jede Menge Spaß in den Saal. Seit 15 Jahren schreibt und realisiert Sylvia Brécko die Choreografien der Höppemötzjer, die sich mit 5 Tänzen dem Publikum präsentierten.

Die Schlussakkorde der Sitzung waren dann von Cat Ballou zu hören. Mit Ihren Songs „Immer immer widder“, „Mer fiere et Levve“, „Hück steiht de Welt still“, „Et jitt kei Wood“, „Liebe deine Stadt“ und „König“ ging es für das Publikum noch einmal hoch von Stühlen. Cat Ballou ist die derzeit poppigste Band, die ihre Heimatstadt Köln aktuell zu bieten hat und wurde 1999 gegründet. Mittlerweile gehört die Band zu einer der meist gefragtesten kölschsprachigen Musikgruppen im Rheinland und bespielt im Kölner Karneval, bei eigenen Konzerten und vielen weiteren Veranstaltungen weit über 350 Bühnen im Jahr.

Für die musikalische Begleitung sorge während der Sitzung das Orchester Ted Borgh unter der Leitung von Paul Stockschläder. Nach der Veranstaltung sorgten „Die Zwei“ im Foyer mit kölschen Liedern noch für Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

Verfasser: Thorsten Moritz

Milljöhsitzung 2017

Am 17. Februar 2017 begrüßte Hubert Koch (über 50 Jahre Literat - davon 30 Jahre Literat der Altstädter Köln 1922 eV und Ehrenbaas des Literatenstammtisch von 1961 Köln e.V.) bereits zum 13. Mal in seiner Funktion als Sitzungspräsident die mehr als 1200 gut gelaunten und kostümierten Närrinnen und Narren zur traditionellen Milljöhsitzung der Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e.V.

Für die musikalische Begleitung sorgte das Orchester Ted Borgh unter der Leitung von Paul Stockschläder. Unterstützt wurde Hubert Koch von seinem Elferrat bestehend aus Klaus Rück (Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.), Elmar Sommer (Literat der Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V.), Bernd Darius (Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V.), Martin Zylka (Literat der Altstädter Köln 1922 eV), Ewald Kappes (Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V., seit Aug. 2017 neuer Präsident & 1. Vorsitzender der Lyskircher Junge und Bauer im Dreigestirn 1996), Rudi Fries (Literat der Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e.V. und Baas des Literatenstammtisch von 1961 Köln e.V.), Carmen Fober (Literatin der Colombina Colonia e.V. von 1999), Michael Ströter (Literat der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. und Vorstandsmitglied / Schriftführer des Literatenstammtisch von 1961 Köln e.V.), Dirk Finkernagel (Literat der KKG Fidele Zunftbrüder von 1919 e.V.) und Ralf Brings (Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V.).

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Nippeser Bürgerwehr von 1903 e.V. Wenn das Tanzkorps des mehr als 370 Mitglieder umfassenden Vereins auf die Bühne marschiert, wird diese in ein Meer von orangen und weißen Uniformen verwandelt und bildet eine imposante Kulisse nicht nur für ihr Tanzpaar. Die „Appelsinefunke“ begeisterten das Publikum mit schmissigen Tänzen und Einlagen ihres Mariechens Christina Pohl und Tanzoffiziers Patrick Karolus.

Als erster Solokünstler betrat dann der ehemalige Karnevalsprinz Wicky Junggeburth die Bühne. Seit über 20 Jahren ist er im Kölner Karneval aktiv und moderiert seit dem Jahr 2000 den Kölner Rosenmontagszug für den WDR. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass die kölsche Sproch nicht aus dem Karneval verschwindet. Deshalb hat er auch das Lied „Mer schwade wigger Kölsch“ (Wir reden weiter Kölsch) kreiert. Seine Lieder „Jecke Saache metzemache, dat es Karneval“ oder „Loß se schwade, wat se welle“ und viele weitere sind Beschreibungen des Kölschen Wesens in bester Tradition von Willi Ostermann. Mit seinen Liedern brachte Wicky auch ein paar ruhige Töne in die Veranstaltung.

Danach starteten die Paveier den Auftritt mit ihrem Hit „Leev Marie", mit dem sie 2016 für zwei Wochen in den Charts landeten. Mit weiteren Liedern wie „Schön ist das Leben“, „Kumm Mädche danz“, „Heimat es“, „Mir sin Kölsche us Kölle am Rhing“, „Uns jeiht et joot“ und „Du häs et schönste Jeseesch vun Kölle“ sorgte die Band anschließend für tolle Stimmung im Saal. In ihren Texten findet sich der Kölner an sich (aber auch Nichtkölner) gerne wieder. Kleine Alltagsbeobachtungen, mit etwas Ironie gewürzt, lassen den Hörer schmunzeln. Nicht zuletzt durch ihre musikalische Vielfalt zählen die Paveier zu den bekanntesten Kölner Bands. Sie versuchen, mit kleinen Milieugeschichten Denkanstöße zu vermitteln. Mit feinsinniger Ironie zwischen den Zeilen verteilen sie nachhaltig spürbare Rundumschläge, die allerdings niemals böse gemeint sind. Sie sprechen die typisch kölsche Mentalität an, bei dem Lachen und Weinen nah beieinanderliegen – oder vermitteln einfach nur gute Laune.

Eine echte Augenweide sind die Cheerleader des 1. FC Köln nicht nur beim Fußball, sondern auch auf unserer Karnevalsbühne. Seit 1997 unterstützen sie die Geißbockelf bei ihren Heimspielen und seit Jahrtausendbeginn treten sie auch im Karneval auf. Mit ihren Würfen, ausgefeilten Pyramiden und kraftfordernden Hebungen boten sie dem begeisterten Publikum ein atemraubendes Programm und ernteten dafür großen Applaus. Beeindruckend waren dabei auch die „menschlichen Bühnenbilder“ wie der Kölner Dom oder die Werbepyramide für den 1. FC Köln. So war es kein Zufall, dass die Zugabe zu einem Medley der Höhner „Unser Hätz schlät för dä FC Kölle“, „Viva Colonia“ und „Mer stonn zo dir“ den Saal noch einmal richtig zum Kochen brachte.

Nach der Tanzeinlage folgte Martin Schopps als zweiter Solokünstler des Abends. In seinen selbstgemachten Reden philosophiert er am liebsten über das Thema Beziehung - und zwar über Beziehungen jeglicher Art.

Die Kölner Funken Artillerie blau-weiß von 1870 e.V. - besser bekannt als Blaue Funken Köln - eröffneten pünktlich die zweite Abteilung. Stolz zog das aktive Korps mit ihrem Tanzpaar (Corinna Hambach und Nicolas Bennerscheid) in den festlich geschmückten Congress-Saal ein. Man konnte richtig spüren, dass das janze blau-wieße Schmölzje sich darauf freute, vor und während des Auftrittes viel Spaß und Freude zu vermitteln.

Weil bekanntlich aller guten Dinge drei sind, folgte mit Bernd Stelter ein weiterer Solokünstler auf der Bühne der Paragraphenreiter. Seit 25 Jahren steht "Bernie Bärchen", wie die Kölner ihn liebevoll nennen, im Rampenlicht und unterhält sein Publikum mit witzigen Geschichten und Liedern zum Mitsingen und schmunzeln. Gestartet wurde mit einem musikalischen Rückblick auf das letzte Jahr. Natürlich kam auch das Thema „Brexit“ und andere aktuelle politische Themen von Erdogan bis Trump nicht zu kurz.

Dä Tuppes vum Land (Jörg Runge) sorgte anschließend mit seiner Reimrede für humorvolle Unterhaltung auf hohem Niveau. Seine Darbietung ist das Gegenteil von Ballermannkarneval und der erfrischende Beweis, dass selbst eine Reimrede extrem flexibel und spontan sein kann: „He is de Tuppes mit vill kölsche Klaaf, Fastalovend leev Lück und Kölle Alaaf.“ Mit top-aktuellen Themen spricht er das ganze Publikum an und bindet es in seine Auftritte mit ein, indem gelegentlich das letzte Wort des Reims vom Publikum gesprochen wird. Hin und wieder kann es dann aber auch damit kräftig danebenliegen, von dem was der Künstler eigentlich sagen wollte. Aber egal, die Lacher hatte er damit auf jeden Fall auf seiner Seite.

Die Lachmuskeln hatten danach erst mal Pause. Die Höhner brachten den Saal mit ihren Liedern „Hey Kölle Du bes e Jeföhl“, „Sing mit mir“ und „Echte Fründe“ wieder ordentlich in Schwung. Die kölner Kultband ist nicht nur im Karneval eine gefragte Band, sondern bringt mit ihrer Stimmungsmusik zu allen Jahreszeiten die Konzertsäle im ganzen Land zum Überkochen. Ihre Weihnachtskonzerte sind inzwischen fester Bestandteil ihres Repertoires. Auf der Sitzung bei den Paragraphenreitern sorgten allerdings nicht die ruhigen Töne, sondern die Songs „Wenn et Hätz dich röf“, „E Leeve lang“ und „Schenk mir Dein Herz“ für richtig Stimmung in der Bude, bevor sich die Truppe mit den Liedern „Alles was ich will“ und „Viva Colonia“ als Zugabe von der Bühne verabschiedete.

Mit ihren akrobatischen Tänzen brachten dann die Rheinmatrosen aus Köln-Mülheim die Zuschauer zum Staunen. Das Tanzcorps ist in langer Tradition mit der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft e. V. verbunden. Die Geschichte der Rheinmatrosen beginnt mit der Gründung der Tanzgruppe "Müllemer Scheffer" im Jahre 1928 anlässlich des 25-jährigen Gesellschaftsjubiläums der im Jahre 1903 gegründeten Gesellschaft. Heute sind die Rheinmatrosen eine junge und dynamische Tanzgruppe, welche mit immer neuen außergewöhnlichen Choreographien das Publikum in den Festsälen begeistert.

Den krönenden Abschluss des Abends beziehungsweise den ausgelassenen Start in den Morgen machte dann nach Mitternacht die Band Kasalla. Erst im Jahre 2011 gegründet gehören sie bereits nach Einschätzung des Kölner Stadt-Anzeigers zu den Top 10 der bekanntesten Karnevalsbands von Köln. Mit „Alle Jläser Huh“, dem Sieger bei „Loss mer singe“ in der Session 2014/2015 starteten die fünf Jungs Ihren Auftritt, bevor sie dem Saal mit „Kumm mer lääve“, „Mer sin eins“ und „Dausend Leeve“ weiter ordentlich einheizten. Neben Gitarrist Florian Peil und Sänger Bastian Campmann gehören noch Bassist Sebi Wagner, Rene Schwiers (Keyboard) und Schlagzeuger Nils Plum zur Band.

Im Foyer sorgten „die zwei“ mit Klassikern aus Köln und aktueller Musik dafür, das noch ordentlich das Tanzbein geschwungen wurde. Erschöpft aber sehr zufrieden verließen in den frühen Morgenstunden die letzten Gäste das Messegelände in Köln-Deutz.

Milljöhsitzung 2015

Die Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e. V. feierte am Freitag, dem 6. Februar 2015 in einem, mal wieder restlos ausverkauften Congress-Saal der Koelnmesse mit mehr als 1.200 bunt kostümierten Besuchern ihre traditionelle Kölsche Milljöhsitzung.

Unser Sitzungspräsident Hubert Koch (Altstädter) führte zum 11.Mal souverän, mit kölschem Witz und gut gelaunt durch ein abwechslungsreiches Spitzenprogramm. Unterstützt wurde er dabei von seinem Elferrat bestehend aus Mitgliedern des Literatenstammtischs Köln von 1961 e.V. und der KKG Paragraphenreiter. Die musikalische Begleitung erfolgte durch das vielfach bewährte Orchester „Ted Borgh“. 

 

 

 

Den Auftakt bei der diesjährigen Milljöhsitzung machten die 1. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983 e. V. mit der männlichen „Marie“ Klaus-Dieter Scholz, dem Spetzebötzje, der 67 Jahre jung ist, seit 25 Jahren tanzt und noch elegant über die Bühne springt und wirbelt, war der Einzug und die Vorstellung der blau-roten „Kölschen Franzosen“ mit den verschiedenen Gewehrtänzen ein witziger Anfang.

 

 

Dieser Mann cantz einfach. Guido Cantz, das Multi-Talent machte sich auf, den Congress-Saal ein wenig schlauer zu machen. Der charismatische, superblonde Komiker gehört seit Jahren zu den ganz Großen der Redner-Landschaft und stellte dies auch diesem Abend unter Beweis. Tolle Gags, intelligente Sprüche und die Einbeziehung des Publikums ließen zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen. Als er sich über die heutige Jugend ausließ, „die Head-Down-Generation“, die in ihren Smart-Phone-Konversationen Abkürzungen wie „LOL“ („Laughing out loud“) und die Steigerung „ROFL“ („Rolling on floor laughing“) benutzt und im analogen Fotoalbum nicht mehr Seiten umblättert, sondern „weiterwischt“, reizte er die Lachmuskeln des anwesenden Publikums.

  

 

 Die Stimmung wurde dann noch weiter aufgeheizt, als die Gruppe Höhner - letztmalig mit den beiden verbliebenen Gründungsmitglieder Peter Werner (Keyboard) und Janus Fröhlich (Schlagzeug, Gesang) - ihre Ohrwürmer präsentierten. Fastelovend pur auch bei unserem Elferrat, der bestens gelaunt war und lautstark Ober-Hohn Henning Krautmacher bei dem Lieblingssong der Band: „E levve lang“, eine große Ballade die auch die Liebe zum 1. FC Köln beschreibt – unterstützte. Obwohl die Stimmbänder kräftig beansprucht wurden, forderte der Saal gnadenlos weitere Zugaben, die von den Höhner‘n auch prompt präsentiert wurden.

 

 

 

Martin Schopps konnte die gute Stimmung im Saal nutzen und präsentierte sein Programm als Lehrer, der über sein Leid mit den Kollegen und heutigen Schülern klagte und mit Gesang über eine (bisher) unbekannte „Chantale“ glänzte. Auch an diesem Abend hat er es geschafft, Witze perfekt vorzutragen bzw. Musik und Reden in einer charmanten Art zu kombinieren und wurde für einen tollen Auftritt mit langanhaltendem Applaus belohnt.

 

 

Anschließend folgten Sambarhythmen von der quirligen Band Querbeat. Diese legten wie im Vorjahr gleich mal so richtig los und begeisterten das Publikum nicht nur mit Ihren flotten Melodien, sondern auch mit Ihren witzigen bunten Kostümen und Ihrem außergewöhnlichen Engagement. Mit einer Verspätung von ca. 10 Minuten ging es dann für ALLE in die verdiente, aber kurze Pause. 

 

 

  

Die Kölner Funken Artillerie blau-weiß von 1870 e.V. - besser bekannt als Blaue Funken Köln - eröffneten pünktlich die zweite Abteilung. Stolz zog das aktive Korps mit ihrem neuen Tanzpaar (Corinna Hambach und Nicolas Bennerscheid) in den festlich geschmückten Congress-Saal ein. Man konnte richtig spüren, dass das janze blau-wieße Schmölzje sich darauf freute, vor und während dem Auftritt viel Spaß und Freude zu vermitteln.

 

  

Er ist die Fastelovends-Allzweckwaffe und auch nach den Blauen Funken vielseitig einsetzbar. Marc Metzger als Blötschkopp sorgte in seiner gewohnten bissigen Art für viele Lacher und so mancher im Foyer, auch der Elferrat, die Saalkapelle und viele Gäste waren seinen rhetorischen Angriffen „wehrlos“ ausgesetzt. Wenn der Sitzungsleiter seinen Platz verlässt, wissen sie bereits was kommt.

 

 

 

Mit großer Freude wurde das Kölner Dreigestirn 2015 empfangen, dass erstmals von der „Flittarder KG von 1934 e.V.“ gestellt wurde. Der Mundharmonika spielende Kölner Prinz Holger I. (Holger Kirsch), sowie der Kölner Bauer (Michael Müller) und die Kölner Jungfrau Alexandra (Sascha Prinz) begeisterten hier wie in den anderen Sälen mit ihrer sympathischen Art und zogen alle in ihren Bann.

 

 

Erstmalig auf der Bühne der KKG Paragraphenreiter wurde dann die Micky Brühl Band angekündigt. Von und mit Micky Brühl, der mit seiner jetzigen Band, neue Wege geht, ohne alte, lieb gewordene Traditionen und Songs zu vernachlässigen. Nach tollen Liedern wie „Die Nächte am Rhing sin immer Lang“; „Zo Fooss noh Kölle jonn“ oder „Dat kölsche Hätz“ konnten die sechs hervorragenden Musiker ihre Weiterreise zum nächsten Auftritt antreten.

 

 

Das Tanzchor Sr. Tollität Luftflotte zeigte anschließend etwas fürs Auge und ließ uns bei so manchem Sprung oder mancher Hebefigur die Luft anhalten. Nach drei begeisterten Tänzen mit viel Akrobatik wurden die Tänzerinnen & Tänzer mit frenetischem Applaus verabschiedet. Zusätzlich bekamen alle Damen der KG Luftflotte einen wunderschönen Blumenstrauß durch den Elferrat überreicht.

 

 

 

 Zum guten Schluss folgte die Nachwuchsband Miljö. Miljö, das sind fünf hochmotivierte Jungs aus Köln, die eine gemeinsame Liebe zur kölschen Musik, mit kölschen Texten, rockigen Einflüssen, tanzbaren Rhythmen und Liedern, verbindet. Die anwesenden Gäste machten sofort mit und hatten offensichtlich ihren Spaß an der musikalischen Darbietung. Die Tänzerinnen & Tänzer der KG Sr. Tollität Luftflotte verteilten währenddessen bunte Luftballons und sorgten für ein grandioses Abschlussbild.

 

 

Nach dem Auszug des Elferrates sorgten Die Zwei (Musik aus Köln mit Josef Hammer & Manfred Hermanns) dafür, dass die Sitzungsbesucher bis in den frühen Morgen hinein ausgelassen feierten und gut gelaunt die Koelnmesse verließen bzw. ins Wochenende starteten.

 

Milljöhsitzung 2016

In einem mal wieder völlig überbuchten und somit restlos ausverkauften Congress-Saal der Koelnmesse feierte die Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e. V. am Freitag, dem 15. Januar 2016 ihre traditionelle Kölsche Milljöhsitzung.

Unser langjähriger Sitzungspräsident Hubert Koch (über 50 Jahre Literat – davon 30 Jahre Literat der Altstädter Köln 1922 eV und Ehrenbaas des Literatenstammtisch von 1961 Köln e.V.) führte bereits zum 12. Mal mit kölschem Witz durch ein Spitzenprogramm. Unterstützt wurde er dabei von seinem Elferrat bestehend aus Claus Rück (Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.), Roland Lautenschläger (Literat der KG Kölsche Grielächer vun 1927 e.V.), Bernd Darius (Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V.), Carmen Fober (Literatin der Colombina Colonia e.V. von 1999), Dr. Johannes Kaußen (Präsident der Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e.V.), Rudi Fries (Literat der Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e.V. und neuer Baas des Literatenstammtisch von 1961 Köln e.V.), Dirk Lüssem (Literat der KG Treuer Husar Blau-Gelb von 1925 e.V.), Dirk Finkernagel (Literat der KKG Fidele Zunftbrüder von 1919 e.V.), Ralf Brings (Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V.) und Theo Jansen (Ehrenratsherr & Generalmajor der EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V.).

Die musikalische Begleitung erfolgte wie in den Vorjahren durch das hervorragende Orchester „Ted Borgh“ mit ihrem Leiter & Dirigenten Paul Stockschläder, welches von vielen namhaften Künstlern aufgrund ihrer musikalischen Vielfalt und ihrer professionellen Einstellung sehr geschätzt wird.

 

 

 

 

 

 

 

Das Programm startete pünktlich mit dem Einzug des Musikzuges und des Korps der Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V. begleitet von vielen Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes (u .a. Präsident und Kommandant Markus Wallpott und Vizepräsident und Literat Udo Koschollek), die den anwesenden Gästen eine stattliche und eindrucksvolle Eröffnung boten. Letztmalig kam das Publikum der Kölsche Milljöhsitzung 2016 in den Genuss die anmutigen Tänze der scheidenden Marie - Sarah Knott - und ihrem Tanzoffizier Marc Nelles zu sehen. Denn nach fünf wunderbaren erfolgreichen Sessionen kehrt die Marie beruflich bedingt der Bürgergarde „blau-gold“ den Rücken zu. Standesgemäß verabschiedete die KKG Paragraphenreiter Sarah Knott mit einem großen Blumenstrauß, überreicht durch unseren Sitzungsleiter und wünschte ihr für die Zukunft alles Liebe und Gute.

 

Nach diesem glanzvollen Beginn folgte der erste musikalische Höhepunkt und es wurden die Klüngelköpp, eine Band die inzwischen eine absolute Ausnahmestellung im Kölner Karneval einnimmt - sowohl bei den Jecken als auch bei den Karnevalsoffiziellen - angekündigt. Es folgte eine karnevalistisches Musikfeuerwerk mit Ohrwürmern und Mitsingliedern wie „Wä einmol Kölle sing Heimat nennt“, „Jedäuf met 4711“ und „Us kölschem Holz“. Die Showdrumming-Einlage, die die Klüngelköpp beim Titel „Kölsche Fiesta“ auf der Bühne präsentierten, war ein weiteres Highlight. Als Zugabe erfolgte der Hit „Stääne“, mit dem sich die Klüngelköpp unsterblich gemacht haben und dem ein oder anderen Gast beim Mitsingen die ein oder andere Träne der Rührung ins Gesicht zauberte. Nach diesem Auftritt war die Saaltemperatur um mindestens 5° Grad angestiegen.

 

 

Anschließend folgten Die Blömcher ehemals „Blom un Blömcher“. Das sind im Einzelnen Bernd Kreuz (Keyboard & Quetsch), Hannes Blum (Frontmann & Gesang), Christoph Freier (Schlagzeug) und Oliver Blum (Gitarre & Gesang). Die Band ist seit Jahrzehnten im Kölner Karneval bekannt und tritt auch im Umland auf. Das bekannteste Lied der Gruppe ist „Ov de Hohn bes oder Hahn (Ganz egal)“, welches auf diversen CDs veröffentlicht wurde. Der Schlager wurde seit einem Hit von den Höhnern auch mit Scheiß ejal, ob do Hohn bess oder Hahn getextet und wurde unter anderem Opfer einer noch deutlich derberen Version. Neben viel Klamauk und Parodie wurde selbstverständlich auch der Sessionstitel 2016: "Mer driehe alles eröm" gespielt. Der Frontmann und das Gesicht der Musikgruppe Hannes Blum wird nach der Session 2017 in den wohlverdienten Ruhestand treten. Nach mehr als 47 Jahren tritt der Vollblutkarnevalist zurück und macht Platz für die nächste Generation. Die KKG war froh und stolz ihn noch einmal für unsere Milljöhsitzung verpflichten zu können.

 

Dann ging es weiter Schlag auf Schlag und es kamen die Domstürmer - 100% stürmisch – authentisch – spontan. Die fünf Musiker präsentieren ihre Titel großenteils in Kölscher Mundart, zählen während der Fünften Jahreszeit zu den gefragtesten Bands und etablierten sich außerhalb dieser Zeit auf Festivals und Großveranstaltungen. Die Band liebte die Nähe zum Publikum und spielte ihre Lust am Improvisieren und die Freiheit, sich auf verschiedene musikalische Genres einzulassen -kurz: ihre musikalische Vielseitigkeit- voll aus. Ironisch wurde es als zum Beispiel in „Hollywood“ die „Hölle vun Kölle“ besungen wurde und paradox ging es bei „Ohne Dom, Ohne Rhing, Ohne Sunnesching“ zu – dem wohl ersten Kölschen Lied, das ganz ohne den so oft besungenen Dom, Rhein und Sonnenschein auszukommen versucht. Bei den stimmungsgeladenen Sessionshits „Meine Liebe, Meine Stadt, Mein Verein“, „Happy Weekend“ oder „Mach Dein Ding“ ging es im wahrsten Sinne hautnah zu, als der sympathische und smarte Frontmann Micky Nauber mit dem Publikum spielte.

Im Anschluss folgte ein sehr gut gelaunter Marc Metzger – Dä Blötschkopp als rheinische Rampensau charmant, bösartig, blitzschnell und gnadenlos komisch. Er behauptet verschmitzt, er habe keine Rede… Aber sobald er auf der Bühne stand und „Stimmung – Konfetti“ rief, tobte das Publikum vor Begeisterung. Dass sich Dä Blötschkopp von der ersten Minute an mit Sitzungsleiter, Elferrat, Musikkapelle und div. Gästen anlegt, ist Teil seiner anarchistischen Auslegung des Frohsinns: Karneval war immer auch frech. Metzger ist die Steigerung von frech - und bleibt dabei charmant, aber keiner blieb verschont. Mit atemberaubender Wortakrobatik und rhetorischer Hilflosigkeit fliegt er über die Bühne, greift vergessene Themen und frische Situationen auf und verarbeitet sie spontan zu mehreren Lachanfällen. Als Dank für seinen großartigen Auftritt erntet er nicht nur eine Rakete, sondern auch Standing Ovations seines Publikums.

 

 

In die Sitzungspause ging es mit den Bläck Fööss die Mutter bzw. der Vater aller kölschen Bands und die musikalischen Superstars des Kölner Karnevals weiter. Das Auge für Alltagsdetails und das kölsche Lebensgefühl zieht sich wie ein roter Faden durch das Repertoire der Bläck Fööss und geht weit über Karnevalsunterhaltung heraus. Viele Fööss-Fans fragten sich schon seit Jahren, wie es mit der Band auf Dauer weiter gehen soll. Das durchaus selbstironische Lied „He deit et wieh un do deit et wieh“ holt die Truppe langsam ein: Band-Senior Hartmut Priess ist inzwischen 73 Jahre alt, Peter Schütten 72, Erry Stoklosa 68, Bömmel Lückerath zählt 66 Jahre. Aufhören oder verjüngen ? Seit Aschermittwoch ist es amtlich und man hat sich nach längeren Band internen Diskussionen fürs verjüngen entschieden. Frontmann Kafi Biermann (69) wird sich Ende des Jahres aus privaten Gründen zurück ziehen und durch Mirko Bäumer (47) von der Coverband „Queen Kings“ ersetzt. Bäumer vertrat Biermann bereits während der diesjährigen Karnevals-Session, als der Fööss-Sänger krankheitsbedingt ausfiel. Er wurde ins kalte Wasser geworfen und hat sich bravourös geschlagen. Mit dem „alten“ Frontmann Kafi Biermann wurden Songs wie „Stammbaum” in dem sie sich aktiv gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wenden, die inoffizielle kölsche Stadthymne „In unsrem Veedel”, eins der bekanntesten Karnevalslieder überhaupt „Mer losse d'r Dom en Kölle”, die im Cha-Cha-Cha-Rhythmus komponierte „Kaffeebud”, das einer Tchibo-Filiale im Stadtteil Sülz gewidmet ist und „Drink doch ene met” gespielt. Zum guten Schluss verabschiedeten sich die Bläck Fööss mit dem Titel: „Bye bye my love“ und wurden frenetisch mit stehenden Ovationen und mehreren Raketen vom Publikum gefeiert.

 

Nach einer ca. 35 minütigen Pause ging es dann in die zweite Abteilung unserer diesjährigen „Kölsche Milljöhsitzung“. Nach dem Vorjahreserfolg begrüßten wir erneut die MBB - Micky Brühl Band im Congress-Saal. Nach seinem Ausscheiden bei den Paveiern, gründete Micky Brühl nach einer kleinen Pause, 2013 die MBB. Derzeit sieben super Jungs, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch mit Spaß bei der Sache sind. Gemeinsam werden Texte erarbeitet und Musik komponiert. Hier ist es der Band wichtig, neue Elemente einzufügen und doch die Tradition nicht zu vernachlässigen. Durch den Altersunterschied innerhalb der Band ergeben sich vielfältige, generationsübergreifende Ideen. Alle Hits der MBB wurden vorgetragen wie „Dat kölsche Hätz“, „Su jung wie hück“, „Joode Fründe“ und auch der Titel „Zo Fooss noh Kölle jonn“, der eine Hommage an Willi Ostermanns inoffizielle Stadthymne „Heimweh nach Köln“ ist, durfte nicht fehlen.

 

Nach einer kurzen Zugabe kam Guido Cantz, ein weiterer hochkarätiger Höhepunkt. Seit 1991 steht der Porzer Jung (zunächst als „Mann für alle Fälle“) als Redner im Kölner Karneval auf der Bühne und absolviert bis zu 200 Auftritte pro Session. Im Steckbrief „Cantz, Guido Cantz...ich empfehle mich!“ sagt er über sich selber, dass er mehrere Sprachen wie Englisch / Sächsisch, Kölsch, Bayrisch spricht und das er sich in seiner Freizeit gerne mit Klavierspielen, Schlagzeug, Skifahren, Fußball und Halbmarathon beschäftigt. Über Weiberfastnacht hat er mal zum Besten gegeben „Da fühlt man sich wie der Bachelor von RTL. Und man braucht nicht einmal eine Rose.“ An Karnevalssamstag und an den restlichen tollen Tagen tritt er nicht mehr auf. Das war schon vor Jahren ein Rat seines Entdeckers Peter Raddatz (Mann met däm Höötche). Zwischendurch begrüßte er die Minions von Z 41 und fragte unseren Literaten nach dessen Körpergröße, mit dem Hinweis ob er mit fast zwei Metern schon das Wetter der nächsten Tage sehen könnte. Den gelungenen Vortrag beendet er mit einem beeindruckenden Schlusswort zum Thema Toleranz: „Es heißt im Koran, wer einen anderen Menschen zum Lächeln bringt, wird in das Paradies eingehen. In diesem Sinne: Lasst uns gemeinsam Karneval feiern.“

Das fantastische Programm rundeten die Höhner ab. Inhaltlich wurden eine Reihe ernster und nachdenklicher Themen angepackt. Da geht es um die Integration der Flüchtlinge („Kumm loss mer danze“) und um den ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer („Stille Helde“). Die Sehnsucht nach Heimat wurde formuliert („Heimweh“), über eine Fußball-Liebe („Sie ist Bayern und er ist FC“) wurde sich lustig gemacht sowie ein Statement zur Lage der Stadt abgegeben: „Dat klingk noh Kölle“. Auch nach dem doppelten Personalwechsel – Wolf Simon und Micki Schläger für Janus Fröhlich und Peter Werner – stellten sie den Congress-Saal auf den Kopf. Am Schluss spielten die Höhner ihre kölschen Hymnen. Die Gäste schunkelten, sangen mit und waren völlig ausgelassen in Feierstimmung. Beim vorletzten Titel brachten die Düxer Clowns die traditionellen bunten Luftballons des Sponsors in den Saal und rundeten den gelungenen Abend ab.

  

Nach dem Sitzungsende spielten im Foyer erstmals The Wild Bobbin‘ Baboons - die goldenen Fifties live und in Farbe. Rock‘ n‘ Roll so wie er sein soll – mitreißend und energiegeladen. Mit ihren Persiflagen, gewagten Interpretationen und ihrer halsbrecherischen Akrobatik begründen sie eine neue Ära des Rock 'n' Roll in der kölschen Karnevalswelt und heimsten auf dem Vorstellabend des Klub Kölner Karnevalisten e.V. im großen Saal des Maritim Hotel viel Lob des fachkundigen Publikums ein. Der mehrstimmige Gesang, der knackige Kontrabass, die fetzige Vollresonanzgitarre, das panisch röhrende Tenorsax, das schrille Piano und der treibende Beat war ein unnachahmliches Musikererlebnis im legendären "Fuffziger-Sound“. In den frühen Morgenstunden verließen die letzten Gäste zufrieden, mit einem strahlenden Lächeln das Messegelände in Köln-Deutz.

Milljöhsitzung 2014

Die Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e. V. feierte am Freitag, dem 21. Februar 2014 im Congress-Saal der Koelnmesse mit mehr als 1.200 bunt kostümierten Finanzbeamten und Steuerberatern ihre traditionelle Kölsche Milljöhsitzung.

Den Sitzungsteilnehmern wurde auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm geboten. Die Milljöhsitzung der KKG Paragraphenreiter begann direkt mit einem Knaller-Auftritt. Die Höhner - eine musikalische Mischung aus kölscher Lebensfreude und volkstümlicher Musik begann unsere bereits legendäre Sitzung. Längst ist den einstigen Lokalmatadoren aus Köln der Sprung zur bundesweit gefeierten Mundartgruppe geglückt. Unser Publikum bildete für die neuen Hits der Höhner einen stimmgewaltigen Chor. Tobender Applaus und mehrstimmige Zugaberufe waren der Lohn für einen hervorragenden Auftritt.

Im Anschluss an den Auftritt der Höhner gab edreigestirns ein wenig Zeit zum Luft holen. Das Kölner Dreigestirn machte uns seine Aufwartung. Unser Sitzungspräsident Hubert Koch (Altstädter – Baas des Literatenstammtischs) begrüßte mit seinem Literaten-Elferrat bestehend aus Claus Rück, Michael Ströter (Rote Funken), Jens Andersen (Kölner Narrenzunft), Bernd Darius (Lyskircher Junge), Dr. Johannes Kaußen (Kölnische KG), Roland Lautenschläger (Kölsche Grielächer), Dirk Finkernagel (Fidele Zunftbrüder), Brunhilde Mertens und Carmen Fober (Columbina Colonia) seine Tollität Prinz Björn I. (Björn Griesemann), seine Deftigkeit Bauer Michael (Prof. Dr. Michael Berneker) und ihre Lieblichkeit Jungfrau Hermia (Jens Hermes). Das Trifolium wurde in diesem Jahr durch die Kölner Funkenartillerie Blau-Weiß gestellt. Die Drei legten einen famosen Auftritt auf die Bühne. Vor allem die Tanzeinlage von Jungfrau Hermia wusste zu überzeugen. Ihre Lieblichkeit präsentierte sich zum Abba-Klassiker „Dancing Queen“ mit gekonnten Pirouetten, viel Taktgefühl und zeigte viel Bein.

Anschließend führte Hubert Koch die anwesenden Besucher souverän und gut gelaunt durch ein absolutes Spitzenprogramm.

Auf das Kölner Dreigestirn folgte Knacki Deuser. Seit über 20 Jahren hat er sowohl auf als auch hinter der Bühne die deutsche Comedy-Szene mitgeprägt. Seit einigen Jahren ist er nun auch im Kölner Karneval unterwegs und hat mittlerweile einen sehr eigenen Stil entwickelt. Der Ex-Mr. NightWash war zum ersten Mal auf unserer Sitzung. Hier ist es ihm gelungen sein Publikum zu fesseln, so dass man seine feinen bösen Spitzen oft erst dann bemerkte, wenn sie das Ziel schon voll getroffen hatten.

Seit über 30 Jahren sind die Krageknöpp von den Kölner Bühnen nicht mehr wegzudenken. krage knöppIn alter Formation waren sie bereits mehrfach Gast auf unserer Milljöhsitzung. Die Band hatte zwar immer wieder mal mit Personalwechseln zu kämpfen - doch nun stellte sich die Gruppe in komplett neuer Formation vor. Mit ihrem neuen Lied "Wer will schon in die Berge?" sorgt die Gruppe für Diskussionen: Frech und ehrlich kritisieren die Krageknöpp die Überlagerung des kölschen Brauchtums durch bayrische Traditionen. Provokante Liebeserklärung an das kölsche Brauchtum mit ironischen Gesängen und bayrischem Sound. Der Song "Klatsch einfach in ding Häng" war der zweite neue Titel. Die Botschaft war einfach: Klatsch einfach in Deine Hände und Du wirst merken, dass es Dich mitzieht. Dies begriff auch schnell unser Publikum und klatsche kräftig mit.

Es folgte der bekannteste Westfale im Kölschen Karneval: Bernd Stelter. Zum Bühnenjubiläum im Karneval (25 Jahre) liefert der Werbefachmann einen grandiosen Vortrag ab. Bernd Stelter reagiert stets schnell auf Ereignisse und baut diese mal als gesprochene, mal als gesungene Pointe in seinen Vortrag ein. Dazu nutzt er häufig bekannte Titel aus den Hitlisten der vergangenen Monate und Jahre. So wird der „YMCA“-Klassiker zu „ADAC“, und auf die Melodie des derzeitigen Helene-Fischer-Hits „Atemlos durch die Nacht“ singt Stelter „Arbeitslos durch die Nacht“. Die Geschichten, die er auf der Bühne erzählt, haben einen realen Ursprung. Und genau das ist das Geheimnis seines Erfolges und gerade deshalb liebt ihn sein Publikum. Dies konnte er auch auf der Kölschen Milljöhsitzung wieder eindrucksvoll demonstrieren. Seine Witze kamen richtig gut an. "Was für ein Weihnachtsfest. Kardinal Meisner hat zum ersten Mal eine nackte Frau gesehen", jubiliert er angesichts der Femen-Aktivistin, die im Dom für Aufsehen gesorgt hatte. Sehr bissig gerät sein Kommentar zum Rücktritt von Papst Benedikt. "Das ist wie beim Spargelstechen. Die Polen arbeiten bis zum Umfallen, die Deutschen gehen, wenn sie keinen Bock mehr haben".

Anschließend ging es in die Pause. Im Foyer konnte unser Publikum erst einmal verschnaufen und das eine oder andere Kölsch zu sich nehmen. 

rote funkenZur zweiten Abteilung marschierten die ehemaligen Stadtsoldaten – die Roten Funken in den Saal ein. Der Einmarsch dauerte dann bei gefühlten 200 Funken mindestens 10 Minuten und die Bühne reichte nicht aus, um alle Funken unterzubringen. Dann konnte endlich der Funkentanz beginnen. Das Tanzpaar der Roten Funken sind seit 2013 Funkemariechen Jaqueline Melcher und Funkedoktor Pascal Solscheid "Spetzebötzje". Im letzten Jahr hatte sich Jacky auf dem Weg zum Training noch schwer verletzt und konnte daher in der Session noch nicht mittanzen. Sie wurde damals noch von der Ex-Marie Tanja Wolters vertreten. In dieser Session konnte sie nun endlich zeigen, was Sie kann. Das hat auch unserem Publikum sehr gut gefallen und der Applaus war dementsprechend groß.

willi und ernstDie Welt aus der Sicht der Rentnerbrille - mit diesem Konzept feiern die beiden Komiker Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum als Willi und Ernst seit vielen Jahren im Koblenzer Raum große Erfolge. Im Jahre 2011 wurden Sie in die Nachwuchsförderung des Kölner Literarischen Komitees aufgenommen und wollen nun auch die Karnevalsbühne erobern. Seit dieser Zeit zieht das Zwiegespräch "Willi und Ernst" mit viel Leidenschaft und Begeisterung durch die Säle des rheinischen Karnevals. Die "Rentner aus Leidenschaft" haben dabei immer wieder für Furore gesorgt. Das frische und gleichzeitig traditionelle Zwiegespräch begeisterte auch unser Publikum mit Humor und ihrer Erscheinung. Wobei nicht jeder Besucher mit dem Humor der Beiden zurechtkam und die feinsinnigen Pointen nicht direkt verstanden haben.

Guido Cantguido cantzz gehört zu den meist gefeierten Rednern der Session. Seit 1991 steht er bereits als Karnevalist auf der Bühne. Seit 1998 ist er als Comedian und Moderator regelmäßig im Fernsehen zu sehen und seit 2010 präsentiert er live die Samstag-Abend-Show „Verstehen Sie Spaß?“ im Ersten. Guido ist also ein alter Hase im Karnevalsgeschäft. Dazu kommen ein gutes Timing und das Gespür für das Publikum, auf das er sich ständig neu einstellen muss. Er hatte aber bereits nach wenigen Minuten das Publikum im Griff und die Lacher auf seiner Seite. Er lästerte über Steuersünder Uli Hoeneß "Er bezeichnet seine Millionen als Spielgeld - er muss nur so lange im Knast bleiben, bis er eine Sechs würfelt" und das Vermögen der katholischen Kirche "In der Christmette habe ich mir bei der Kollekte zum ersten Mal was rausgenommen". Zur prophezeiten Aufstiegsfeier des 1. FC Köln mit Trainer Peter Stöger im Autokorso witzelt er: "Tausende Kölner jubeln einem Österreicher zu - das hatten wir schon einmal".

hoeppe-moetzjer

Die „Höppemötzjer“ sind eine der besten Kölner Tanzgruppen, die mit viel Akrobatik unser Publikum mitrissen. Mit ihren Tänzen unterstrichen sie ihre Ausnahmestellung unter den Kölner Tanzgruppen. Noch mehr Geschwindigkeit, noch elegantere Einbettung der Hebefiguren, gepaart mit Hochleistungsakrobatik und tänzerische Perfektion. Die Höppemötzjer fanden damit die faszinierende Balance zwischen Tanz und Akrobatik und kamen beim Publikum gut an. Viele Applaus für diese tolle Tanzgruppe.

Wenn’s im Sitzungssaal laut wird und knallbunte, schrill gekleidete Gestalten mit Trompeten, Saxofonen, Posaunen, Schlagzeug und viel Blech einziehen, wenn Sambarhythmen, Karnevalshits und Popmusik die Luft erfüllen die Musikerinnen und Musiker scheinbar chaotisch über die Bühne und an Tischen und Bänken vorbeiwirbeln — dann ist das die Querbeat Brass & Marching Band. Die jungen, unkonventionellen Musiker und Musikerinnen begeisterten das Publikum nicht nur mit Ihren flotten Melodien, sondern auch mit Ihren witzigen Kostümen und Ihrer außergewöhnlichen Choreographie. Der letzte Programmpunkt war ein absoluter Höhepunkt, der den Saal noch einmal zum „kochen“ brachte. Ohne mehrfache Zugaben durften die Stimmungsmacher den Congress-Saal nicht verlassen. Die Höppemötzjer verteilten währenddessen noch an alle Gäste bunte Luftballons.

querbeat

Erst in den frühen Morgenstunden verließen die letzten Gäste die Milljöhsitzung und man war sich sicher: „Em nöchsten Johr jommer he wieder hin!“

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