Rückblick: Milljöhsitzung 2026

ALAAF – Mer dun et för Kölle
und die KKG Paragraphenreiter e.V.

Getreu dem Sessionsmotto 2025 / 2026 „Alaaf – Mer dun et för Kölle“ hat die Kölner Karnevalsgesellschaft Paragraphenreiter e.V. am 06.02.2026 zur kölschen Milljöhsitzung im voll besetzten Congress-Saal der Koelnmesse eingeladen.

In diesem Jahr wurde der Elferrat beim Einzug von der KKG Nippeser Bürgerwehr 1903 e. V. begleitet. Ein ganz besonderer Moment für den Sitzungsleiter, Michael Gerhold (Kölner Prinz Karneval 2018), der so in Doppelfunktion ebenfalls als Präsident mit seinem Traditionscorps einziehen konnte. Im Anschluss an den Einzug begrüßte Gerhold das bunt kostümierte Publikum mit einem dreifach „Kölner Karneval Alaaf – Nippeser Bürgerwehr Alaaf – Paragraphenreiter Alaaf“. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte – wie immer – das Orchester Ted Borgh unter der Leitung von Olav Calbow.

Umgeben wurde Gerhold von einem bunt gemischten Elferrat bestehend aus Lisa Stracke (Zeugwartin der StattGarde Colonia Ahoj e. V.), Katja Heim (Stammbootleitung bei der StattGarde Colonia Ahoj e. V.), Stefan Auweiler (langjähriger Literat der Lyskircher Junge Gesellschaft zur Pflege Kölner Mund- und Eigenart/Gegr. 1930 e.V. und Jeckebääntchen / jeckes Berntgen 2007 & 2008 der Traditionstanzgruppe „Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde“), Marie-Theres Kommer (Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfung Köln), Andrea Gillessen (Finanzamt Aachen-Stadt), Mike Schöninger (Literat der KKG Nippeser Bürgerwehr von 1903 e. V.), Dirk Finkernagel (langjähriger Literat der KKG Fidele Zunftbrüder von 1919 e.V.), Stefan Wilhelm Knepper (Kölner Jungfrau im Dreigestirn von 2017 und langjähriger Literat der Kölner Narren-Zunft von 1880 e.V.), Paul Juchem (Senator der Kölner Narren-Zunft von 1880 e.V.), und Jens Andersen (Literat der Kölner Narren-Zunft von 1880 e.V.).


Auf der Bühne zeichnete sich nach dem Einmarsch ein beeindruckendes Bild in orange und weiß ab. Kommandant Mario Moersch bedankte sich bei der Leitung des Blasorchesters, André Schneider, für die musikalische Begleitung und bat das Offizierskorps um Aufstellung zur Präsentation. Im Anschluss folgte der Tanz des Tanzpaars, Svenja Klupsch und Niklas Wilske, mit den Tanzoffizieren, sowie der Mariechendanz. Beides wurde mit großem Applaus belohnt.


Anschließend ging es im Congress-Saal der Koelnmesse mit der ersten Musikgruppe weiter: die DOMSTüRMER. Mit ihren Hits von „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“ über „Heimatstadt“ bis hin zu „Wunsch ist Wunsch“ brachten die sechs Musiker ab der ersten Minute den Saal zum Tanzen, mitfeiern und mitsingen. Frontsänger Micky Nauber legte als Zwischengesang ein neues Lied mit dem Titel „Mach doch mal die Heizung aus“ ein, da die Scheinwerfer die Luft auf der Bühne ganz schön erwärmten. Zu ihrem letzten Song „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ luden die Domstürmer den Elferrat zu sich nach vorne ein, sodass gemeinsam zur Hymne der Stadt geschunkelt und getanzt werden konnte. Die darauffolgenden Zugabe Rufe wurden von der Band belohnt.


In der Umbaupause für die nächste Band begrüßte Gerhold einige Ehrengäste, dabei unter anderem Prof. Dr. Schwab (für die anwesenden Präsidenten der Steuerberaterkammern und der Bundessteuerberaterkammer), Gero Hagemeister (für die Präsidenten bzw. Vorsitzenden der Steuerberaterverbände), Dr. Hans Josef Thesling (Präsident des Bundesfinanzhofs), Petra Heckenkemper (Vizepräsidentin des Finanzgerichts Köln) und Dr. Michael Rauterkus (Leiter des Rechenzentrums der Finanzverwaltung NRW).

Direkt im Anschluss betraten die Musiker der PAVEIER die Bühne. Nachdem das gesamte Sitzungspublikum zu „Schön ist das Leben“ und „Leev Marie“ getanzt hat, lud „Heimat es“ dazu ein sich beim Nebenmann bzw. der Nebenfrau unterzuhaken und gemeinsam zu schunkeln. Auf den Sessionstitel der Band „Konfettirään“, bei dem sich der Elferrat unter bunten Regenschirmen befand, folgte „Nie mehr Alkohol“. Auch eine Zugabe ließen sich die sechs Musiker nicht nehmen und brachten den Saal mit „Konfettirään“ erneut in Ekstase.


Auf Musik folgt Rede – so sagt es das Literatenlatein im Karneval. Daher betrat Martin Schopps die Bühne. Er erzählte vom Komasaufen mit den Schülern, das sich eher anfühlt wie die Mittagspause im Lehrerzimmer, russischem Roulette mit veganen Frikadellen und größenverändernden Tattoos auf dem Bizeps. Nicht zuletzt seine Erzählungen über Elternabende und den Fachkräftemangel bei der Kinderproduktion lösten Standing Ovations aus. Diese wurden mit einer Zugabe in Form eines Krätzchens über die Zukunft in 40 Jahren belohnt.


Zusammen mit der Prinzengarde marschierte im Anschluss das diesjährige Kölner Dreigestirn, bestehend aus Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling), Jungfrau Aenne (Stefan Blatt) und Bauer Clemens (Clemens von Blanckart), ein. Neben ihrem Sessionslied „Mer dun et för Kölle“ hatten die Tollitäten eine wichtige Botschaft für die Zuhörenden dabei: „In Zeiten von Despoten und Krieg darf man keinen Fastelovend fiere, man MUSS es!“.


Beseelt vom Besuch der höchsten Repräsentanten des Kölner Karnevals konnte im direkten Anschluss mit den Männern von ELDORADO wieder gefeiert und getanzt werden. Neben ihrem Hit „Thekenmädchen“, gaben Sie auch „An dich kütt keiner ran“ und „Bes zum Mond“ zum Besten. Bei dem aktuellen Sessionslied „Annalena“ luden Manuel, Flo, Simon, Michael und Andi das bunt gekleidete Publikum zum Mitsingen des Buchstabens „A“ ein. Das Lied „All in“ durfte zum Abschluss des Sets natürlich nicht fehlen. Die von den Zuhörenden geforderte Zugabe wurde mit „Domstadtkind“ und einem erneut gemeinsam gesungenen „A – A – Annalena“ zu gefeiert.


In zweiter Rednerposition nahm der Porzer-Jung Guido Cantz das Mikro in die Hand und hinterfragte die Diebstähle in Gelsenkirchen und dem Louvre. Dabei wurde die Fachmeinung von waschechten Gelsenkirchenern aus dem Publikum zu Rate gezogen. Außerdem erklärte Cantz, dass es beruhigend sei, dass er sich immer auf seinen Comedy Kollegen, Donald Trump, verlassen könne. Bei seinen Erzählungen über den Zustand der Bundeswehr erläuterte er die Verteidigung durch Brückenschäden. Auch die Beschäftigungstherapie im Stau, sowie die Umbenennung von Spielplätzen, Friedhöfen und Schwimmbädern wurden diskutiert. Nicht zuletzt widmete er sich dem Klimawandel in den Wechseljahren und wurde dafür mit tosendem Applaus und erneuten Standing Ovations belohnt.


„Kölsch statt Käsch“ wollten danach die fünf Musiker der Band MILJÖ. Sie hoben mit dem Publikum ab zum „Wolkeplatz“, besangen in „Su lang beim Lommi die Leechter noch brenne“ eine der bekanntesten Kneipen Kölns und erklärten in ihrem Sessionstitel „Superheld“, dass nicht alle Helden eine Maske tragen.


Volker Weininger alias der Sitzungspräsident nahm seinen Platz am Stehtisch bei einem nicht so kühlen Kölsch ein. Als Weininger sein Mitgefühl gegenüber dem Elferrat wg. dem servierten warmen Kölsch ausdrückte, schaffte Literat Axel Koch mit einem frischen, kühlen Glas direkt Abhilfe. Auch die „Kinder-mischung“ Asbach-Cola des Sitzungsleiters wurde vom Sitzungspräsidenten probiert. Auf den ein oder anderen mit Applaus belohnten Beamtenwitz über Homeoffice am Montag oder Beförderung durch Zeitabsitzen, folgte ein Erlebnisbericht zur Elferratstour in den Sauerlandstern. Neben Fitnessstudiobesuchen, Saunanutzung und Weißwurstfrühstücken, wurde dabei auch die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr betrachtet.


Um den bunten Sitzungsabend zu komplettieren betrat die Traditionstanzgruppe Hellige Knäächte und Mägde e. V. die Bühne. Mit ihrem Mottotanz „Man muss de Dingche su nemme wie se sind“ begeisterten sie das Publikum mit Originalität, beeindruckenden Tanzfiguren und tollen Gesangseinlagen. Auch mit ihrem seit 1976 viele tausendmal aufgeführten Ostermann-Medley, bei dem ein Teil der Tänzerinnen mit dem Elferrat schunkelte, zeigten sie ihren unverwechselbaren Stil.


Eine absolute Bereicherung des Sitzungsabends, so der Sitzungsleiter, Michael Gerhold. Zum Abschluss des Sitzungstreibens sorgten die HÖHNER mit „Schenk mir dein Herz“ und „Au revoir“ nochmals für tänzerisches Treiben in den Reihen der Zuschauenden. Mit dem Blick auf mehrere hundert Handytaschenlampen, besang Micki Schläger „die schönste Stroß“ und, dass ebendiese genau nach Hause führt. Eine ausgiebige Suche nach „Gisela“ im Sessionstitel der Band wurde durch lautes Mitsingen aller Sitzungsteilnehmenden begleitet. Leider verlief die Suche auch bei den Gästen der KKG Paragraphenreiter e.V. im Congress-Saal erfolglos, sodass die HÖHNER im Karneval wohl weiter nach der Frau „in Uniform mit ihrem Namen am Revers“ suchen müssen. Eine Zugabe in Form des Sessionshits aus 2022 „Prinzessin“ ließen sich die Musiker um Frontsänger Patrick Lück nicht nehmen.


Das Schlusswort oblag Sitzungsleiter Michael Gerhold, der sich bei Literat Axel Koch und Geschäftsführer Thomas Böck für die gelungene Veranstaltung bedankte, auf den beginnenden Kartenvorverkauf für die Session 2027 hinwies und dann mit einem dreifach „Kölle Alaaf, Paragraphenreiter Alaaf, Fastelovend Alaaf“ die Sitzung nach einem überaus gelungenen Abend schloss.

Nach dem Auszug lud DJ Fiskus (Marius Müller) im Foyer mit einem gemischten Programm aus Partymusik, Schlager, 90er- & Karnevalhits sowohl Vollblutkarnevalisten, als auch Teilzeitjecke bei Kölsch und Krätzchen zum Verweilen und Mitsingen ein.

Text: Andrea Gillessen, Finanzamt Aachen-Stadt